Kematen an der Ybbs

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Kematen an der Ybbs
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Lage Wappen
Lage Kematen.jpg
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Lage in Google Maps Gemeinde-Website
Gemeindedaten
Bezirk: Amstetten
Gerichtsbezirk: {{{7}}}
Katastralgemeinden: Kematen, Niederhausleiten
Fläche: 11 km2
Einwohner: 2.492
Höhe: 330 m
Vorwahl: 07448
Postleitzahl: 3331, 3361
Koordinaten: 48° 2′ N, 14° 46′ O
Gemeindekennziffer: 3 05 17
Amtliche Adresse: {{{16}}}
Bürgermeister: Juliana Günther
Weitere statistische Daten

Inhaltsverzeichnis

Über Kematen an der Ybbs

Die Marktgemeinde Kematen an der Ybbs - mit ihrer aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stammenden Prägung als Industriegemeinde - liegt am Eingang des Ybbstales, inmitten landschaftstypischer Gelände- und Vegetationsformen des Mostviertler Kernlandes.
Der Name Kematen (Chemnaten) wird 1305 erstmals urkundlich erwähnt und ist geschichtlich aufschlußreich. Er findet sich einige Male im Bereich der donau-alpenländischen Provinzen der Römer und geht auf das spätrömische Wort caminata - was soviel wie „beheizter Raum“ heißt - zurück. Grabungsfunde in und unmittelbar um Kematen zeugen auch von einer regen Siedlungstätigkeit, die bis zur Römerzeit zurückreicht.

Zentrale Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart kommt der 33 m hohen Brücke über die Ybbs zu, die mittlerweile zu den ältesten Steinbrücken Niederösterreichs zählt und sich in stilisierter Form im Kematner Gemeindewappen wiederfindet.
Die Existenz der ersten 4 Bauernhöfe um 1292 ist historisch belegt. Diese gehörten zum Stift Seitenstetten. Daneben gab es eine Mühle die jedoch im Besitz des Hochstiftes Freising stand.
Um 1750 weisen Urkunden den Bestand von 10 Bauernhöfen und 1823 von 13 bäuerlichen Anwesen aus. Die heutige Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe Kematens ist nach etlichen Umwandlungsprozessen den Erfordernissen an moderne agrarische Technologien angepaßt und bildet - bei aller Flexibilität gegenüber den Herausforderungen eines europaweiten Konkurrenzkampfes - eine solide Grundlage für die Betriebsführer.
Die Marktgemeinde Kematen in ihrer heutigen Größe von 11 km² entstand im Jahre 1969 durch die Zusammenlegung mit der ehemaligen Gemeinde Niederhausleiten. Kematen hat - bei steigender Einwohnerentwicklung - eine Bevölkerungszahl von ca. 2.600 Einwohnern, die überwiegend im zentralen Ortsbereich angesiedelt sind. Als bisher wohl einzigartig in Österreich gilt die Straßenbezeichnung unserer Gemeinde, die sich an amerikanischen Vorbildern orientiert und im Brief- und Postverkehr mit der Gemeinde anfänglich so manche Überraschung brachte.
Seit 1930 hat Kematen eine eigene Pfarrkirche, die der Hl. Familie geweiht ist. Hier ist auch der Sitz des Pfarramtes Kematen-Gleiß. Die steigende Bedeutung der Gemeinde Kematen zeigt sich - trotz massiver Umstrukturierung öffentlicher Einrichtungen - unter anderem auch durch den Sitz des Gendarmeriepostens, des Postamtes und einer Filialapotheke. Aufbauend auf den jahrhundertealten Standort einer Mühle wurde im Jahr 1870 mit derErrichtung einer Papierfabrik begonnen. Damit begann in Kematen das Industriezeitalter und die Umgestaltung vom kleinen Bauerndorf zu einer wirtschaftlich bedeuteten Gemeinde mit entsprechendem Zuzug. Aus diesen Anfängen entwickelte sich insbesondere nach 1945 mit der Fa. Neusiedler AG ein internationaler Papierkonzern, der unbestritten zu den „global playern“ gehört und die Entwicklung der Gemeinde in der Vergangenheit und Gegenwart spürbar geprägt hat.
Die Sicherung der Lebensqualität für unsere Gemeindebürger und Gäste hat für die
Gemeinde einen sehr hohen Stellenwert und war letztlich auch ausschlaggebend für eines der größten Projekte der jüngsten Vergangenheit, bei dem es den verantwortlichen Gemeindepolitikern im Jahr 1998 gelungen ist - gemeinsam mit 21 anderen Gemeinden - auf einem Areal von rund 250.000 m² einen Wirtschaftspark zu errichten. Die Nähe zum Ballungszentrum Amstetten und die verkehrsgünstige Lage der Gemeinde haben mittlerweile dazu geführt, daß bereits 2/3 der Fläche an gewerbliche und industrielle Interessenten verkauft wurde.
Ein intensives kommunales Investitionsprogramm, bei dem sowohl Ausbau- als auch Sanie-rungsmaßnahmen größeren Umfanges insbesondere in den Bereichen Kanal, Wasser, Straßen, Sport- und Freizeitanlagen, durchgeführt wurden, hat zu einer spürbaren Verbesserung der Infrastruktur und damit zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde geführt. Diese wichtigen Impulse führten in der Folge auch zu einer deutlichen Steigerung der Wohnbautätigkeit durch private Wohnbauträger, sodaß sich das äußere Erscheinungsbild unserer Gemeinde in den letzten Jahren stark gewandelt hat. [1]

Geschichte

Römerzeit
Eine Römerstraße führte entlang des Ybbsufers am Rand der Heide bis Kematen, wo sie die Ybbs überquerte. Kematen war eine kleine Römersiedlung, vermutlich mit einer Töpferei. Aus dieser Zeit sind Funde aus Römergräbern vorhanden. Der Name der Siedlung ist unbekannt.
Bayerische Siedler gründeten später Höfe um und in Kematen. Diese standen im Besitz des bayerischen Hochstiftes Freising in der Herrschaft Waidhofen/Ybbs.
1305
Erstmalige urkundliche Nennung des Namens „Chemnaten“ mit 4 Höfen und einer Mühle.
1324
Erstmalige Nennung der Brücke in „Chemnaten“
14. Jhdt.
Der ländliche Teil der Gemeinde war bereits so besiedelt wie heute. Rodungen und
Kahlschlägerungen begannen ca. 1000 v. Chr. und wurden im 14. Jhdt. abgeschlossen.
1371 - 1379
Die Brücke von Kematen und die Straße in der Heide erhalten eine Bedeutung im wirt-schaftlichen Kampf der Städte Waidhofen an der Ybbs und Steyr, der gleichzeitig ein Streit der österr. Landesfürsten und der Bischöfe von Freising war. In dieser Zeit waren die Straße und die Brücke für den Handel der Stadt Waidhofen an der Ybbs gesperrt.
1480 - 1490
Die Bauern leiden unter der Einquartierung der ungarischen Soldaten unter König
Corvinus.
1529
Ein wilder Haufen der Türken zog über die Brücke von Kematen und lagerte in Hilm. Raub, Brand und Zerstörung waren ihr Werk.
1532 und 1683
Umherziehende Türken verbreiten erneut Angst und Schrecken unter der Bevölkerung.
1750
In Kematen existieren 10 Häuser
1805
Soldaten Napoleons marschierten über die Brücke. Die Bevölkerung mußte Kriegskontri-butionen leisten.
1848
Aufhebung der Grundherrschaft. Zur Erinnerung wurde von den Besitzern der Höhe zu Pyhra am Kreuzstöcklberg ein Kreuzstöckl mit Drehstein errichtet.
1866
Errichtung der Steinbrücke mit einer Gesamthöhe von 30 m.
1869
Errichtung und Bau der Eisenbahn mit dem Bahnhof Hilm-Kematen.
1870
Erwerb der Mühle an der Ybbs zur Errichtung einer Papierfabrik. Damit begann die Umgestaltung Kematens vom kleinen Bauerndorf zum Industrieort. Ein starker Zuzug von Arbeitern ist festzustellen.
1872
Kematen an der Ybbs ist eine eigenständige Gemeinde.
1880
Der Ort besteht bereits aus 39 Häusern.
1914 - 1918
Der 1. Weltkrieg fordert viele Opfer.
1921
Die Gemeinde Kematen wird getrennt und es entstehen die Gemeinden Kematen und Niederhausleiten.
1934
Der Bürgermeister und viele Gemeinderäte werden im Konzentrationslager Wöllersdorf inhaftiert.
1939 - 1945
Der 2. Weltkrieg fordert neuerlich viele Opfer.
nach 1945
Die Gemeinde Kematen erlebt einen bedeutsamen Aufschwung. Dieser ist vor allem auf die Vergrößerung der Papierfabrik Neusiedler AG und die Zusammenlegung der Gemein-den Kematen und Niederhausleiten zurückzuführen.
1955
Die Brücke über die Ybbs wird verbreitert, um den anfallenden Verkehr bewältigen zu können.
1964
Eröffnung der Volksschule Kematen
1965
Eröffnung des sog. „Amtshauses“ mit Pfarramt, Gendarmerieposten, Post- und Wählamt, Feuerwehrdepot.
1969
Wiedervereinigung der Gemeinden Kematen/Ybbs und Niederhausleiten zur neuen
Gemeinde Kematen/Ybbs.
1975
18. Oktober: Wappenverleihung durch das Land
Ein Rot auf Blau geteilter Schild mit einem goldenen Wasserrad und silberner Stein-brücke. Bundespräsident Kirchschläger eröffnet den neuen 4-gruppigen Kindergarten.
1976
Errichtung einer biologischen Kläranlage.
1978
Eröffnung des Zubaues beim Gendarmerieposten, Einrichtung eines Gendarmeriehauptpostens.
1981
Volkszählung: 2.394 Einwohner - 495 Häuser
1982
Fertigstellung des Volksschulzubaues mit großem Turnsaal. Eröffnung des Tennis-klubhauses mit 2 Außenspielplätzen
1985
Am 12.3. wird die Gemeinde Kematen zur Marktgemeinde erhoben.
1987
Die Neusiedler AG errichtet 1987 und in den folgenden Jahren Anlagen zur Modernisierung des Werkes und zur Verbesserung der Umweltsituation.[2]

Sehenswürdigkeiten

Schneerosenweg

„Helleborus niger muss man einfach im Garten haben ...“, sagt die Gartenkünstlerin Elisabeth de Lestrieux. Kematen a. d. Ybbs wird diesem Motto alljährlich im zeitigen Frühjahr gerecht. Aufgrund der auffallend starken Schneerosenblüte zu dieser Zeit wird ein großflächiges Landschaftsgebiet entlang der Ybbs zu einem blühenden Garten mit herrlichen Schneerosen.

Der Schneerosenweg ist ideal für Familien, die gern in herrlicher Natur wandern möchten. Er führt zum überwiegenden Teil auf bereits bestehenden Wegen und bezieht die beiden charakteristischen Landschaftsteile Ybbstal und Hügellandschaft sowie das Landschaftsschutzgebiet und den Ortskern Kematen mit ein. Eine abwechslungsreiche Wanderstrecke in schöner Umgebung wartet auf die Besucher.

Sei es der eindrucksvolle Blick auf den Sonntagberg oder die Stille der Natur entlang der schönsten Plätze der Ybbs, der Schneerosenweg von Kematen a. d. Ybbs verzaubert durch eine Vielfalt von landschaftlichen Reizen und Impressionen.[3]

Flurdenkmäler in Kematen an der Ybbs

Kontakt

Einzelnachweise

  1. http://www.kematen-ybbs.gv.at/content.php?pageId=4935, 2.08.2011, 10:41 Uhr
  2. http://www.kematen-ybbs.gv.at/content.php?pageId=4937, 2.08.2011, 10:43 Uhr
  3. http://www.kematen-ybbs.gv.at/content.php?pageId=4985, 2.08.2011, 10:45 Uhr
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