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Stift Seitenstetten
1112 gründete der Edelfreie Udalschalk von Stille und Heft das Stift Seitenstetten, schenkte diesem seinen ganzen Erbbesitz und trat selbst in seine Stiftung ein. 12 Mönche kamen aus Göttweig, und schon 1116 konnte Bischof Ulrich II von Passau die Stiftskirche weihen und dem Stift die Pfarre Aschbach anvertrauen. 1142 schenkte Bischof Reginbert von Passau dem Stift die Pfarre Wolfsbach. Durch Erzbischof Wichmann von Magdeburg erfolgten 1180 weitere Schenkungen, die dem Stift seine wirtschaftliche Selbstständigkeit bis heute ermöglichten: darunter neben reichem Waldbesitz auch die Pfarre Ybbsitz. Aus dem Gründungsjahrhundert stammen auch bereits erste Hinweise auf eine Klosterschule in Seitenstetten.
Trotz mancher Rückschläge durch zwei Klosterbrände und durch Besitzstreitigkeiten (vor allem mit dem Hochstift Freising) nahm das Kloster einen allmählichen Aufschwung. 1347 zählte der Konvent 22 Mitglieder. Nach längerer Verfallszeit setzte sich mit Abt Benedikt I auch in Seitenstetten die Melker Reform durch. Der Ungarnsturm und die Reformation setzten dem Stift hart zu.
Erst unter Abt Christoph Held (1572‑1602) konnte die Gegenreformation mit kräftiger Unterstützung durch den kaiserlichen Klosterrat auch in Seitenstetten Fuß fassen. Der allgemeine Aufschwung der Barockzeit begann auch hier mit einer umfassenden Bautätigkeit. Die großen Meister des Österreichischen Barock von Munggenast bis Hayberger, von Paul Troger über Kremser Schmidt bis Johann Bergl, gaben dem Stift sein heutiges Aussehen. Die 1743 erworbene Messinghütte Reichraming und das Kupferbergwerk in der Steirischen Radmer ermöglichten eine großzügige Ausstattung des Stiftsgebäudes.
Im Jahre 1814 erhielt das Stiftsgymnasium das Öffentlichkeitsrecht, der Ausbau zum Obergymnasium wurde durchgeführt. Um 1900 erreichten der Konvent und die Schule seine höchst Blüte. Weiter...
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