Geschichte des Mostes

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A Mosthaus, a guats Haus !

Vor rund 50-300 Jahren konnten die Bauern des Mostviertels ihre Vierkanthöfe zu jener Größe und Schönheit ausbauen, wie sie heute zu sehen sind. Dörrhäuser und Kellerstöckl (Presshäuser) wurden errichtet, um die wertvollen Birnen zu den besten Mostviertler Köstlichkeiten zu verarbeiten. Heute sind die Mostbirnen wieder das „Gold der Mostbauern“. Im „Mostland“ Mostviertel fühlt sich die tiefwurzelnde Mostbirne besonders wohl. Es ist das größte geschlossene Mostbirnbaumgebiet Europas – das Land der Mostbirne. Etwa 100-200 Jahre wird der Birnbaum alt, und schenkt uns bis zu 1000 kg Früchte/Baum und Jahr. Mostbirnen und -äpfel die unsere Mostbauern zu köstlichen Säften und Mosten verarbeiten.

Die Geschichte

Schon die Kelten vertrauten auf die gesunde Wirkung des Mostes. Doch zu jener Zeit soll er noch ein recht grobschlächtiges Getränk gewesen sein. Erst die Römer führten die Kunst der Veredelung und der verfeinerten Produktion ein. Sie stellten Sortenreines her: pomacium (Apfelmost) oder piracium (Birnenmost).

Im 12. Jahrhundert gab es im Umfeld von Stift Seitenstetten ein adeliges Geschlecht, das den Birnbaum im Wappen trug und sich ‚von Birnbaum’ nannte. Das erste schriftliche Lob auf den Most stammt vom Minnesänger Neidhart von Reuenthal (1240). Seine erste Blütezeit erlebte der Mostviertler Most im 16. Jahrhundert, als Ritter Philipp Grünthaler bei Schloss Zeillern einen großen ‚Paumgarten’ anlegen ließ.

Auch im 18. Jahrhundert spielte der Most eine wichtige Rolle. Kaiserin Maria Theresia verordnete die Anpflanzung von Streuobstbäumen. Ihr Sohn und Nachfolger Joseph II. belohnte Landwirte mit einer silbernen Medaille, wenn sie über 100 Obstbäume setzten. Er ordnete auch an, bei jeder Hochzeit einige Obstbäume anzupflanzen.

Den nächsten Aufschwung erlebte der Most gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in der Zeit der Bauernbefreiung und Industrialisierung. Jetzt wurden Straßen und Eisenbahnnetze gebaut und der Most konnte leicht in fernere Regionen transportiert werden. Die Mostkeller wurden zur ‚Goldmine der Region’.

Die gute Zeit hielt bis nach dem 2. Weltkrieg an. Dann geriet der Most völlig aus der Mode. Bier, Wein und Limonaden liefen ihm dem Rang ab. Viele Obstbaumzeilen wurden gerodet, der Baumbestand nahm rapide ab.

Inzwischen wächst die Zahl der Obstbäume wieder, auch Dank großer Obstbaum-Pflanzaktionen. Über 300.000 schmücken das Land, von Jahr zu Jahr werden es mehr. Die Mostviertler Birnenmoste erleben eine Renaissance.

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